Elch Kekse in freier Wildbahn gesichtet

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Ein Elch! Ein Elch! Ich habe einen Elch gesehen! Ich habe einen Elch in freier Wildbahn gesichtet. Nur leider keinen echten, sondern einen Elch-Keks; Mit Schokoladen-Geweih und und Kristallzucker-Schnee. Aber dennoch in der freien Wildbahn Schwedens. Und das Gute daran ist, dass die Elche sich ohne schlechtes Gewissen aufessen lassen bis zum letzten Krümel, einen in der Brunftzeit nicht angreifen und trotzdem schön anzuschauen sind. Ebenfalls lässt sich das genüssliche „Mmmmmh“ beim Verspeißen der Kekse mit einem Elch-Muuuuh vergleichen.

Und wenn ich dann morgen nach Lappland düse, sehe ich hoffentlich einen echten, richtigen, lebendigen, muuuuhenden Elch- eventuell mit einem bisschen Schnee im Geweih und hoffentlich ohne, dass er uns angreift. Ich bin schon ganz gespannt und berichte dann.

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Apfel-Himbeer Strudel zum Frühlingsbeginn

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Es ist Frühling. Und auch wenn es hier in Schweden vorletzte Nacht um 3 Uhr morgens noch einmal kurz geschneit hat- es ist Frühling. Denn als ich morgens aufgewacht bin, schien die Sonne es war ganz frühlingshaft: Kaffee-in-der-Sonne, Sonnenbrillen-Wetter, Vögel-Zwitschern und Schneeglöckchen-auf-der-Wiese.

Plötzlich habe ich Lust darauf, meine Strickpullis in die hintere Ecke des Schranks zu räumen, die kurzen Ringelsöckchen heraus zu holen und mich auf die Holzbank vor dem Haus zu setzen, die Sonnenbrille aufzusetzen, die Augen zu schließen und die Nase in die Sonne zu strecken.

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Frühling in Schweden heißt jedoch leider nicht 15 Grad und Sonne, wie es gerade daheim sein könnte, sondern 5 Grad und Sonne. Deswegen habe ich die Pullis noch nicht ganz aufgegeben und das Fenster zu meinem Zimmer kann auch leider nicht den ganzen Tag geöffnet bleiben, damit ich beim schwedisch Vokabeln Lernen die Vögel zwitschern hören kann. Aber wenn ich einkaufen gehe, schiebe ich mir dennoch die Sonnenbrille auf die Nase und nachmittags setze ich mich dann mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Apfel-Himbeer-Strudel auf die Holzbank vor dem Haus und mache Fika- aber eben mit einer Strickjacke über die Schultern gelegt.

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Oatmeal Raisin Cookies. Fika mit Pipi Langstrumpf

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Ich habe Sommersprossen, mal weniger und mal viele viele Sommersprossen. Und ich habe leicht rötliche Haare, natürlich nur rotblond, aber das zähle ich jetzt dennoch mal auf. Denn als ich im Kindergarten einmal mit zwei geflochtenen Zöpfen aufgetaucht bin, die frech an beiden Seiten des Kopfes abstanden, hat mich meine damalige Kindergärtnerin Pipi Langstrumpf genannt. Im ersten Moment fand ich das gar nicht nett, habe natürlich meiner Mama gepetzt und ein Riesen kleines Theater veranstaltet. Danach hat mich meine Kindergärtnerin nicht mehr Pipi Langstrumpf genannt…

Aber ein paar Jahre später, zur Faschingszeit, bin ich dann doch wieder zur Pipi Langstrumpf geworden. Denn ich hasse verkleiden und schminken und Pipi Langstrumpf war eine der wenigen „Verkleidungen“, für die ich nicht viel ändern musste.

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Ich wohne zwar weder in der Villa Kunterbunt, noch habe ich einen Herr Nillsson oder einen kleinen Onkel, aber da mein Papa uns früher Astrid Lindgrens Geschichten oft als Gute-Nacht-Geschichten vorgelesen habe, kenne ich mich dennoch ziemlich gut aus.

Tja und jetzt bin ich in Schweden, spreche schon ein wenig schwedisch, mache jeden Tag Fika mit Kaffee und selbstgebackenen Keksen und gestern habe ich mir wieder mal zwei Zöpfe geflochten. Ich habe mir zwei Zöpfe geflochten, Ringelsocken und meine gelbe Gute-Laune-Regenjacke angezogen und mich ganz wie Pipi Langstrumpf gefühlt.

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Semlor-Torte mit Blaubeeren. Neues von der Schweden-Front

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Hej hej und willkommen zur nächsten Schwedisch Lektion. Heute geht es um Semla oder im Plural Semlor- klein aber oho. Semlor sind sozusagen die schwedische Version der deutschen Krapfen: gefüllte Hefeteigkugeln, die irgendwann nach Jahresanfang in den Bäckerei-Auslagen auftauchen. Jedoch werden Semlor, nicht wie die Krapfen zur Faschingszeit, vom sogenannten Fattistisdag (in anderen Ländern als Pancake Tuesday oder Fat Tuesday)- unserem Faschingsdienstag- bis Ostern gegessen. Okay, genug der Theorie.

Jedenfalls hatte ich schon ganz viel von diesem geheimnisvollen, so verlockend klingenden Gebäck gehört, bis ein Mitbewohner irgendwann mal eine Packung Nutella-Semlor anschleppte. Allerdings waren die leider schon ein paar Tage zu lange herumgestanden und der Hefeteig dementsprechend trocken geworden. Deswegen ist mein erster Semlor-Taste-Test etwas enttäuschend verlaufen.

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Trotzdem war klar, dass ich sehr bald noch einen neuen Versuch starten musste. Endlich dann, war ich vor etwas mehr als einer Woche bei einer Freundin in Stockholm zu Besuch und lies mich von ihr zu den besten Semlor Stockholms führen; Und seitdem bin ich hoffnungslos verloren. Diese kleinen Hefeteig-„Semmeln“ sind wirklich so gut, wie der Ruf, der ihnen vorweg eilt. Sie sind gefüllt mit einer Art Marzipanmasse und Sahne und so weich und fluffig, dass ich direkt den ersten Backversuch starten musste, als ich wieder daheim war.

Allerdings eine Semlor-Torte, das heißt die große Schwester-Version, und mit einer zusätzlichen Heidelbeer-Schicht um noch eine fruchtige Komponente hineinzubringen und einen Kontrast zur Sahneschicht zu schaffen.

Also habe ich einen Hefeteig zurbereitet, gehen lassen, in die Springform gesetzt und in den Ofen geschoben. Jedoch ist unser Ofen gerade neu und funktioniert anscheinend etwas zu gut, denn die erste Runde ist mir total verbrannt. Kohlrabenschwarz auf allen Seiten- da blieb nur noch wegschmeißen und einen neuen Versuch starten übrig. Der zweite Versuch ist dann zum Glück gelungen und ich bin immer noch ein wenig begeistert.

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Kaiserschmarren. Über Pünktlichkeit und Bratkartoffeln.

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Bei so einem Auslandsstudium trifft man ja schon komische Leute- Menschen aus anderen Ländern, die ganz andere Gepflogenheiten kennen, andere Gewohnheiten haben und einfach ein bisschen anders durch die Welt spazieren. Und teilweise werden die Klischees richtig schön bedient: der Engländer kann nicht kochen, die Spanier machen jeden Tag Siesta (mehrmals und sehr ausgedehnt), die Deutschen geben sich immer Mühe, pünktlich zu kommen und die Italiener können am Besten kochen. Die Irinnen und Briten trinken andauernd Tee,  der Italiener hat sein eigenes Espresso-Kännchen, die Russin bekommt von ihren Eltern Vodka zugeschickt und bei den Deutschen- da gibt es Bratkartoffeln.

Also sind Pünktlichkeit und Bratkartoffeln typisch deutsch?

 

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Was ist denn wirklich typisch deutsch? Die Schwaben überlegen, wie sie beim Einkaufen am meisten Geldsparen, das Nordlicht versucht mir schon die ganze Zeit, Wirsing und anderen Kohl schmackhaft zu machen (genauso wie irgendsoein Mettbrötchen) und ich- ich vermisse bayrische Brezn, Weißwürscht mit süßem Senf, Semmelknödel und Kaiserschmarrn. Und bevor hier Beschwerden aufkommen, von wegen Österreich und so- für mich ist Kaiserschmarrn Heimat-Essen, und mindestens genauso bayrisch, wie Bratkartoffeln typisch deutsch sind.

Und deswegen saß ich letztens mit meiner Riesenportion Kaiserschmarrn mit Apfelmus am Esstisch, während nebenan der Engländer seinen täglichen Bacon, mit Ei und unergründlichem Etwas gegessen hat, die Chinesin ihren Reis mit Stäbchen aufgepickt hat und der Schwabe traurig seine Maultaschen vermisst hat.

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