Der Zipfel, der Zapfel, der Bratapfel

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Eine meiner allerliebsten Nachspeisen im Winter ist ganz eindeutig der Bratapfel. Ich mag ihn gern ganz schlicht, mit Marzipan, Aprikosenmarmelade und vielleicht ein paar Cranberries, allerdings gefüllt bis obenhin und serviert mit viel selbst gemachter Vanillesauce. Bratapfel könnte ich im Herbst und Winter täglich essen- ob zum Frühstück, denn Äpfel sind ja auch gesund, zum Nachmittagstee im Licht des Adventskranz, oder als Nachspeise. Da komme ich ganz leicht auf meine „5 (Bratäpfel) am Tag“.

Dementsprechend war ich dann doch etwas enttäuscht, dass diese hier keiner zu kennen scheint. Und das in den Niederlanden, wo alle so Weihnachts-verrückt, hilflos romantisch und kitschig zu sein scheinen, dass ich, als kitschige Weihnachts-Elfe (wie ich neulich liebenswerterweise bezeichnet wurde), gar nicht auffalle.

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Ganz gleich ob im Supermarkt, wo es seid September Spekulatius gibt, dem Blumenladen, der seit September damit wirbt, auch an Weihnachten aufzuhaben und seid Oktober seine Weihnachtsdekoration draußen hat, oder dem ganzen Weihnachtsschmuck in der Stadt- hier fällt es einem wirklich nicht schwer, in Vorweihnachtsstimmung zu verfallen. Und so konnte ich es kaum erwarten, endlich Plätzchen zu backen, dabei lautstark Weihnachtslieder zu singen (natürlich nur, wenn meine Mitbewohnerin gerade nicht daheim war) und noch viel ersehnlicher habe ich den Advent abgewartet- um dann letzte Woche zu erfahren, dass die das hier gar nicht feiern. So was aber auch!

Da musste ich mir eben einen Adventskranz selbst zusammenbasteln. Kerzen und Weihnachtsdeko waren ja sehr leicht zu finden. Und so konnte ich dann zum Glück doch gestern Morgen das erste Lichtlein anzünden und nachmittags in Kuschelsocken einen Adventstee machen- natürlich mit Bratapfel.

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Gefüllte Buchteln mit Apfelkompott und Vanillesauce

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Manche Tage verlangen nach warmen Buchteln mit Apfelkompott und Vanillesauce. Manche Tage beginnen damit, dass man nach dem aufwachen aus dem Fenster sieht, den grauen Himmel und manchmal auch ein wenig Regen entdeckt und die Augen wieder zumacht. Ein wenig liegen bleiben, den Träumen hinterher haschen, die Wärme unter der Decke genießen und noch einmal den Wecker auf Snooze stellen. Sich überlegen, wie es wäre, den ganzen Tag im Bett liegen zu bleiben, die Uni ausfallen zu lassen und stattdessen einfach mal wieder gute Bücher zu lesen, in Schlafanzug und dicken Socken durch die Wohnung zu laufen und zwischendurch Tee zu trinken und Kekse zu essen.

Oder eben Buchteln- mit Apfelkompott und Vanillesauce das ultimative „grauer-Himmel-Herbst-Essen“, wie ich finde. Ein absolutes Gemütlichkeit und Glücklichsein erzeugendes Essen.

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Nach dem Aufstehen einen Hefeteig ansetzen und diesen ruhen lassen, bis es nach warmer Butter und ein wenig Zucker riecht. Die Äpfel, die schon ein paar braune Stellen haben, waschen und klein schneiden und zu einem Kompott kochen, dass man auch eigentlich so schon verputzen könnte, genauso wie die warme Vanillesauce.

Aber ein wenig Geduld zahlt sich dann doch aus und nach dem nächsten Buchkapitel, oder vielleicht auch zwei, wenn es gerade spannend geworden war, piept der Ofenwecker und die Buchteln sind fertig. Die warmen Buchteln mit Vanillesauce auf einen Teller geben und damit sofort wieder ins Bett hüpfen, denn das Buch wartet schon- es ist gerade ganz spannend- und das Wetter draußen ist immer noch grau.

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Igelkekse und Blätternester für den Winterschlaf

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Mein Papa ist ein Igel-Retter: als meine Eltern in den Herbstferien letzte Woche ganz fleißig den Garten auf den Winter vorbereitet haben, hat mein Papa einen kleinen Igel in unserem Bett entdeckt: er lag dort und schlief vor sich hin. Beziehungsweise- er schnarchte eher vor sich hin. Und da mein Papa mit Schnarchern sehr gut mitfühlen kann, hat er dem kleinen Igel ein Blätternest gebaut.

In der Familie kam dann natürlich auch die Diskussion auf, wie denn der kleine Schnarcher heißen soll. Einer der Vorschläge war Schnee, weil er ja einen Winterschlaf macht, ist doch klar. Ein anderer Vorschlag war dann Hugo. Auch wenn ich Hugo nicht für den typischen Igel-Namen halte, wurde der Vorschlag dann doch recht einstimmig von der Familie angenommen und so wurde der kleine Schnarcher eben kurzerhand umgetauft. Die Freude war natürlich groß, als ich vorgestern eine Runde kleiner Hugos gebacken hatte und mein Papa fragte sogleich, ob die Igelkekse denn auch schnarchen würden.

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Lustigerweise kommt es übrigens recht oft dazu, dass Igel in unserem Garten überwintern. Trotz der Großstadt drum herum und der Nachbarskatzen, scheint unser Garten doch der Zufluchtsort der Träume für den ein oder anderen kleinen Schnarcher zu sein. Ein Igel jedoch hatte es einst zu weit getrieben und war auf der Suche nach dem perfekten Schnarchplatz in unseren Kellerschacht gefallen. Daraufhin kam dann wieder der Igel-Retter, alias mein Papa, und borgte den Igel ganz vorsichtig aus dem Schacht und bettete ihn in ein Blätternest.

Seitdem haben wir Kinder eigentlich jedes Jahr im hinteren Teil des Gartens einen kleinen Blätterhaufen aufgeschichtet, sozusagen einen Igel-Haufen, oder auch ein Igel-Hotel- je nach Sichtweise. Sehr zum Leidwesen von Papa hat es den Blätterhaufen jedoch meist an einem stürmischen Tag wieder im ganzen Garten verteilt und Papa durfte wieder neu anfangen mit Blätter fegen. Aber dennoch hatte es sich unter den Igel wohl herumgesprochen, dass wir ein ganz tolles Igel-Hotel hätten, wahrscheinlich erreichte diese Erzählung auch irgendwann Hugo. Dieser tappste dann Anfang letzter Woche durch unsere Nachbarschaft, versteckte sich vor Nachbarshunden und Nachbarskatzen und als er unseren Garten endlich fand, war er so erschöpft, dass er sich ins Blumenbeet legte und sofort anfing tief zu schnarchen. Und so schnarcht er heute noch- unter einer warmen Blätterdecke.

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Von Spinnen-Cookies und heldenhaften Rettungstaten

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Ich bin nicht gerade ein Fan von Halloween, von Grusel, Horror und Erschrecken ganz zu schweigen. Mir muss man ja beim Filmabend bei den gefährlichen Stellen, also wenn es böse wird, die Decke vor die Augen halten.

Aber tja, ich war nun mal auf einer Halloweenparty eingeladen und mit der üblichen Flasche Wein zu erscheinen, war mir dann diesmal einfach zu langweilig und so habe ich kurzer Hand beschlossen, Spinnenkekse zu backen.

Allerdings mag ich Spinnen noch viel weniger. Ich hüpfe sogar schon schreiend auf, wenn sich nur ein Spinnen-ähnliches Tier in meiner näheren und weiteren Umgebung befindet. So kommt es also, dass ich hin und wieder von meinen treuen Superhelden, die wundersamer Weise keine Angst vor Spinnen haben, gerettet werden muss.

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Superheldin N°1, meine Schwester C, hat das mittlerweile wohl schon so oft gemacht, dass sie die letzten Male sogar den Satz „ist doch nicht so schlimm, schau es ist doch nur eine Kellerassel“ weggelassen hat. Superheld N°2 hingegen, musste als Reaktion auf mein Küchenfoto von den fertigen Spinnenkeksen, noch einmal daran erinnern, dass er mich ja heldenhaft vor jeglichen Spinnen schützen würde- Männer!

Tja, dieses Mal war aber keiner der Superhelden in näherer Umgebung, also musste ich mich den Spinnen-Cookies ganz alleine stellen. Ich war sogar so mutig, dass ich mich getraut habe, von einem der Cookies abzubeißen- erst ein Stück von den Beinen und dann sogar den Körper. Mir läuft es bei der Vorstellung, eine Spinne verputzt zu haben, immer noch kalt den Rücken herunter.

Aber ich habe es geschafft und die Kekse mit viel Mut fotografiert, eingepackt und mit auf die Party gebracht. Und stellt euch nur vor, anstatt der erwarteten Schreie „ihhhh Spinnen“, wurden die Kekse doch glatt als niedlich bezeichnet- komische Menschen, diese Austauschstudenten.

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Bärchenkuchen den Mama bäckt immer noch den besten Geburtstagskuchen

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Mit Traditionen ist das ja so eine Sache: irgendjemand fängt irgendwann damit an und über einen gewissen Zeitraum behält man das dann bei, bis irgendwann nicht mehr klar ist, wie das ganze eigentlich angefangen hat. Aber es ist doch schön zu wissen, dass sich manche Dinge nicht ändern werden.

Für mich ist das die Tatsache, dass ich mir jedes Jahr zum Geburtstag den gleichen Kuchen wünsche, unabhängig davon, dass ich mittlerweile schon uralt bin (jedenfalls sehe ich das so). Ein bisschen so wie der Kater Fundus, der auch jedes Jahr den gleichen Geburtstagskuchen bekommt (eine Pfannkuchentorte), wünsche ich mir jedes Jahr einen Bärchenkuchen- mit Dekoration aus Smarties. Der Bärchenkuchen ist mit da irgendwie wichtig- ein Jahr hatte ich mir probehalber mal einen anderen Kuchen bestellt, aber irgendwie hat etwas gefehlt an meinem Geburtstag- etwas bärchenförmiges mit viel Schokolade und Smartie Dekoration. Meine Mama meint auch, wir hatten mal eine kreative Phase und haben dem Bären Ohrringe verpasst und ein Oberteil, aber mittlerweile sind wir wieder zur klassischen Design zurückgekehrt.

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Obwohl ich also dieses Jahr im Ausland studiere, habe ich mir ein Wochenende daheim geschenkt- mit dem Flieger ist das ja fast ein Katzensprung und ich hatte die Möglichkeit, an meinem Geburtstag in meinem Bett daheim aufzuwachen. Beziehungsweise wurde ich von meiner Familie mit einem mehrstimmigen (und aufgrund der Uhrzeit auch etwas schiefen) Ständchen geweckt.

Zum Frühstück gab es dann endlich den Bärchenkuchen, mit Smarties als Dekoration und natürlich so vielen Kerzen, wie das Alter. Es ist doch schön, zu wissen, dass sich manche Dinge nicht ändern.

Übrigens habe ich natürlich alle Kerzen auf einmal ausgepustet- was für eine Frage.

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