Kaiserschmarren. Über Pünktlichkeit und Bratkartoffeln.

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Bei so einem Auslandsstudium trifft man ja schon komische Leute- Menschen aus anderen Ländern, die ganz andere Gepflogenheiten kennen, andere Gewohnheiten haben und einfach ein bisschen anders durch die Welt spazieren. Und teilweise werden die Klischees richtig schön bedient: der Engländer kann nicht kochen, die Spanier machen jeden Tag Siesta (mehrmals und sehr ausgedehnt), die Deutschen geben sich immer Mühe, pünktlich zu kommen und die Italiener können am Besten kochen. Die Irinnen und Briten trinken andauernd Tee,  der Italiener hat sein eigenes Espresso-Kännchen, die Russin bekommt von ihren Eltern Vodka zugeschickt und bei den Deutschen- da gibt es Bratkartoffeln.

Also sind Pünktlichkeit und Bratkartoffeln typisch deutsch?

 

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Was ist denn wirklich typisch deutsch? Die Schwaben überlegen, wie sie beim Einkaufen am meisten Geldsparen, das Nordlicht versucht mir schon die ganze Zeit, Wirsing und anderen Kohl schmackhaft zu machen (genauso wie irgendsoein Mettbrötchen) und ich- ich vermisse bayrische Brezn, Weißwürscht mit süßem Senf, Semmelknödel und Kaiserschmarrn. Und bevor hier Beschwerden aufkommen, von wegen Österreich und so- für mich ist Kaiserschmarrn Heimat-Essen, und mindestens genauso bayrisch, wie Bratkartoffeln typisch deutsch sind.

Und deswegen saß ich letztens mit meiner Riesenportion Kaiserschmarrn mit Apfelmus am Esstisch, während nebenan der Engländer seinen täglichen Bacon, mit Ei und unergründlichem Etwas gegessen hat, die Chinesin ihren Reis mit Stäbchen aufgepickt hat und der Schwabe traurig seine Maultaschen vermisst hat.

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Ihr braucht: (ca. 4 Portionen)

  • 300g Mehl
  • Salz
  • 50g Zucker
  • 500ml Milch
  • 5 Eier
  • 50g zerlassene Butter + ein wenig mehr
  • 80g Rosinen
  • 1 El Aprikosenmarmelade
  • Puderzucker
  • Apfelmus

Die Rosinen mit der Aprikosenmarmelade mischen und heißes Wasser darüber gießen, so dass die Rosinen bedeckt sind.

Mehl, Zucker und Salz mischen, die Eier trennen und die Eigelbe mit Milch und Butter mischen. Alles zu einem glatten Teig rühren, die Eiweiße steif schlagen und unterheben.

In einer großen Pfanne etwas Butter zerlassen und eine große Schöpfkelle Teig hineingeben. Eine Handvoll Rosinen darüber verteilen und den „dicken Pfannkuchen“ anziehen lassen. Wenn die Unterseite goldbraun ist, vorsichtig wenden und auch von der anderen Seite leicht anbräunen. Mit dem Pfannwender in (nicht zu kleine!!) Stücke teilen und wenn diese von allen Seiten goldbraun sind, die Portion auf ein gebuttertes Backblech geben. Das Blech kann bis zum Servieren im Ofen bei 50° gelagert werden, so ist alles gleichzeitig fertig und der Schmarren bleibt warm.

Dick mit Puderzucker bestäuben und mit Apfelmus servieren.

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So viel Liebe, wie die Sonne Strahlen hat,

Sonnensofie

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6 Gedanken zu “Kaiserschmarren. Über Pünktlichkeit und Bratkartoffeln.

  1. sehr, sehr fein…. was wirst du nach deinen Erlebnissen nicht noch alles vermissen: Kaiserschmarren, aber auch schon Maultaschen, vielleicht Vla und Kottbullar…

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  2. Das ist aber ein sehr schöner Beitrag.😀Nachdem wir gerade im Land des Kaiserschmarrns sind genießen wir hier auch Apfekstrudel, Schnitzel und viele andere leckere Dinge. Aber zu Hause gibt es die natürlich (manchmal) auch. Durch eine dicke Umarmung und liebe Grüße Eva

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