Benimmguide für die Wiesn – Tipps für Nicht-Bayern

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Egal wie viel ich dieses Jahr von der Welt auch gesehen haben mag, im Herzen bin ich halt doch ein Münchner Kindl und deswegen zieht es mich jedes Jahr im Herbst nach Hause- nach München, in Richtung des Riesenrads und der Fahrgeschäfte, der Zelte und Buden, die dort meist schon seid ein paar Wochen stehen.

Allerdings kenne ich auch viele Münchner, die das Oktoberfest mittlerweile meiden und das nicht ganz zu unrecht. Solche Menschenmassen, die das Volksfest jedes Jahr stürmen, die Zelte für sich erklären und anschließend im Bierrausch auch anfangen zu randalieren, benimmt man sich etwa so?

Deswegen kommen hier meine absoluten Benimmtipps für die Wiese, vor allem für Nicht-Bayern, aber auch Bayern dürfen „Obacht geben“! Dann schaut ihr beim nächsten Besuch auch nicht aus, als wärt ihr „auf da Brennsuppn dahergschwumma“.. „i sogs fei bloß“.

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Zu allererst ist die Wiesn ursprünglich ein Volksfest, auf dem traditionell ordentliche Tracht getragen wird. Aber damit meine ich auch ordentliche Tracht. Dirndl und Lederhosen von bestimmten Supermarkt-Großketten zählen nicht als Tracht, sondern mehr als Faschingsverkleidung und damit „schleichts eich bitt´sche“ nach Köln. Eine Lederhose wird auch nicht im „Baggy-Style“ lässig herunter hängen gelassen, sondern mit den Trägern „gscheid“ hochgezogen, denn dafür gibts die Träger schließlich. Außerdem muss die Lederhose gut passen und im besten Fall einen „scheenan Oasch“ machen und das geht mit der Hose in den Kniekehlen leider nicht. Fürs Dirndl gilt: manchmal ist mehr mehr- der Rock sollte bitte schon bis zu den Knien reichen, sonst „schauts ihr mehr aus wia a Flitscherl“. Und absolutes No-go sind übrigens Uggs, diese fellgepolsterten Winterstiefelchen, als Schuhwahl, aber das werdet ihr nach einer Runde über die Festwiese eh merken, dass das eine „depperte“ Idee war, die sind danach nämlich hinüber.

Und zu guter Letzt: das Oktoberfest ist nach wie vor ein Volksfest und kein Saufmarathon. Also liebe Leute, „seids ned so hirndapperd“ euch ohne Kopf zu zusaufen. „Bsuffane san einfach nua oraidig“ und außerdem ist das Bier dafür doch eh zu teuer.

Danke!

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Verschmierte Teller, Johannisbeer Gugl und glückliche WG Mitbewohner

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Meine Mama hat eine Postkarte auf der steht: gute Mütter haben schmierige Fensterscheiben, schmutzige Böden und trockene Pflanzen, aber glückliche Kinder. Darunter sieht man ein Kind mit einem Schokoladen verschmierten Mund, das über beide Backen strahlt.

Nun, natürlich sind unsere Fensterscheiben (meist) sauber geputzt und wenn die Böden frisch gewischt sind, achtet Mama penibel genau darauf, dass wir nicht mit Straßenschuhen durchs Haus laufen, aber glückliche Kinder mit verschmierten Gesichtern gibt es dennoch zuhauf bei uns.

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Auch im Studentenleben habe ich eines festgestellt: zwar versucht jeder, auf den Putzplan zu achten und vor allem die Mitbewohner immer daran zu erinnern, dass ja der Biomüll noch heraus gebracht werden müsste und wer eigentlich mit Waschmittel-Kaufen an der Reihe ist. Doch das alles ist ziemlich egal, sobald es was Feines gibt. Wenn es im Wohnheim Kuchen gab, hat sich jeder in Sekundenschnelle Gabel und Teller geschnappt, wobei plötzlich egal war, ob die Teller halb oder ganz sauber sind- solange es nur Kuchen gab.

Deswegen entschuldige ich mich gar nicht erst dafür, dass mein Teller ein paar Fingertapper aufweist, sondern biete einfach eine Runde Johannisbeer Mini-Gugl an. Den Teller kann ich danach immer noch putzen.

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Mit einem Himbeer-Joghurt-Eis am Stiel in der Hand gegen die Sommerhitze

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Gegen Ende letzter Woche stiegen die Temperaturen hier auf fast schon mittelmeerartige Verhältnisse an. Es war jedenfalls so warm, dass ich meiner Familie, die gerade Strand-und-Meer-Urlaub macht, in keinster Weise nachstand. Von „früh aufstehen und alles erledigen, bevor es zu warm wird“, der täglichen Siesta von 13 bis 16 Uhr und einem alle drei Stunden neu erwachendes Verlangen nach Eis. Dann der Blick in die Tiefkühltruhe und die niederschmetternde Erkenntnis: es ist kein Eis mehr da!

Neben eingefrorenen Köttbullar, Kühlpacks und eingefrorenen Essensresten habe ich dann noch ein paar TK-Himbeeren entdeckt. Und in der Kombination mit dem Joghurt, der seid einer Woche im Kühlschrank steht und auf seinen Einsatz wartet, aber dann doch jeden Morgen gegen ein Honigbrot zurückstecken muss, gäbe das ja ein wunderbares Eis. So jedenfalls der Gedanke.

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Nun habe ich zwar Mengen an Silikonbackformen und sogar eine Eismaschine, aber Eis-am-Stiel-Formen waren bisher noch nicht in meinem Besitz. Bisher- denn mein Himbeer-Joghurt-Eis-am-Stiel-Verlangen wuchs rasant und in der ganzen Innenstadt ließen sich keine Eisformen finden, die nicht an Sandspielzeug erinnerten- und somit mussten diese Eis-am-Stiel-Formen wohl aus dem Internet bestellt werden. Mit Expressversand versteht sich, denn nur so konnte ich knapp zwei Tage später mein Päckchen in Empfang nehmen.

Mit Vollgas ging es an Runde Nr. 1 der Eisform-Testreihe. Und ich sag euch: Mit einem Eis in der Hand, dem Kühlpack auf der Stirn und den Füßen im Wasserbad lassen sich dann die Temperaturen endlich ertragen.

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Beeren Muffins und Eltern Besuch in der neuen WG

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Jetzt sind es doch wirklich schon fast zwei Wochen, die ich in meiner neuen WG wohne. Zeit genug also, um endlich mal alle Kisten auszupacken und alles eingeräumt und aufgeräumt zu haben. Findet meine Mama jedenfalls- denn für heute steht Familienbesuch an. Genauer gesagt, Mama möchte sich meine neue WG mal ansehen.

Nun sind zwei Wochen an sich schon eine ausreichend lange Zeit, aber wenn das Wetter so gut ist, wie die letzten Tage, gehe ich eben lieber schwimmen, oder flätze mich den ganzen Tag lang mit einem guten Krimi in den Schatten, anstatt Kisten und Zimmer zu räumen. Deswegen musste die letzten Tage nochmal ordentlich aufgeräumt werden in der neuen WG, das Zimmer nochmal durchgesucht und ein paar Gegenstände noch einmal umsortiert und umdekoriert.

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Ach und die Küche musste ja auch noch geputzt werden. Das kleine und für mich vollkommen passable Chaos, das in unserer WG Küche herrscht, auf Vordermann bringen und für Mama-Augen herrichten. Obwohl im Moment nur 2 Mädels in dieser Küche werkeln, muss noch einiges von den Vor-Bewohnern, unter anderem 2 Jungs, ausgemistet werden- leere Flaschen und Bierdosen, alte Gewürzsammlungen und klebrige Strohhalme. Aber mit jeder Mülltüte, die in den letzten 2 Wochen aus der Küche geflogen ist, sah es ein bisschen ordentlicher und sauberer aus.

Also, Mama darf kommen. Und falls ihr der (verschwindend geringe- Ehrenwort!) Staub in den Ecken doch auffällt, gibt es eben anschließend Beeren-Muffins und Kaffee. Dann wirkt es gleich wieder ganz wunderbar wohnlich.

Und wenn wir sowieso schon dabei sind- verglichen mit den 3 verschiedenen Wohnheimen, in denen ich nun bereits gewohnt habe, ist unsere WG eine Oase der Sauberkeit, Ordnung und Ruhe!

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Wieder zurück im Alltag und Zwetschgen Crumble auf dem Balkon

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Zurück in Tübingen, zurück im Alltag, zurück vom aufregenden Ausland. In Tübingen winkt nun wieder das alltägliche Aufstehen zu unmenschlich frühen Zeiten (also kein Ausschlafen mehr bis 9 oder 10 Uhr), ein Nebenjob und in naher Ferne das Semester, mit täglichen Vorlesungen und Lernen. Eigentlich möchte ich ganz gerne noch ein Auslandsjahr dran hängen, oder zwei oder drei- so entspannt und gleichzeitig so interessant und aufregend wie das letzte Jahr wird dieses nämlich sicher nicht. Ich werde wohl kaum über den Polarkreis reisen und Polarlichter sehen, noch irgendwo in St.Petersburg goldene Türmchen bestaunen, in Amsterdam mit quietschenden Bremsen die Kanäle entlang radeln oder in Mexiko die Zehen im Sand vergraben.

Ich werde im Seminarraum sitzen, fleißig mitschreiben, ab und an eine Vorlesung Nach- oder sogar Vorbereiten und wenn die Prüfungen nahen, ganz viel Lernen.

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Aber genug der Beschwerden. Denn jetzt habe ich mich so lange Zeit auf die Rückkehr nach Tübingen gefreut, meine Freunde wieder zu sehen, wieder ein Eis schleckend am Neckar sitzen, oder über den Marktplatz schlendern. Und auch hier werde ich mit (hoffentlich nicht quietschenden Bremsen) durch die Altstadt radeln, vielleicht am Wochenende ab und zu länger ausschlafen und dann auf dem Balkon frühstücken. Und da ich es kaum erwarten kann (so wie ich fast nie etwas erwarten kann), dass es endlich meine Lieblingsjahreszeit Herbst wird, gab es heute mit einem Zwetschgen Crumble mit Vanillesauce bereits einen kleinen Vorgeschmack- natürlich auf dem Balkon in der Nachmittagssonne.

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