Schoko-Kardamom Kipferl oder wo ist die Weihnachtszeit hin?

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Wo ist die Weihnachtszeit hin? Wir haben bereits über die Hälfte des Adventskalenders geöffnet, zwei Kerzen am Adventskranz angezündet und hatten sogar schon Schnee. Aber irgendwie komme ich so gar nicht damit zurecht, dass nächste Woche schon Weihnachten ist. Dazu habe ich einfach zu viel zu tun. Eine extra Woche wäre da ganz recht.

Zeit genug für alle Weihnachtsfeiern, Wichteltreffen, Weihnachtsgeschenk-Shoppingtouren und Plätzchenback-Aktionen, die jeden Dezember anstehen. 24 Tage sind einfach nicht genug für so viele Pläne.

Ich war bisher erst auf einem Weihnachtsmarkt, habe erst einen Adventstee mit meiner WG gemacht und die zweite Kerze auf dem Adventskranz haben wir am Sonntag glatt vergessen und erst am Montag Morgen angezündet. Wo soll das nur hinführen? Kommt dann das Christkind einfach später? Dann hätte ich auf jeden Fall noch genug Zeit, alle Christkindlmärkte in der Gegend zu besuchen, meine Lieblingsplätzchen zu backen oder einfach mal einen entspannten Adventssonntag zu verbringen.

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Aber ein bisschen weihnachtet es dann doch bereits. In unserer WG steht ein, bereits geschmückter und beleuchteter, Weihnachtsbaum, in allen Fenstern hängen Lichterketten und die Küche duftet nach dem Grün des Adventskranz. Und sobald ich nächste Woche im Auto Richtung Heimat sitzen und laut, im schiefen Duett mit Chris Rea, „driviiiiing home for christmääääs“ singen werde- ja dann werde ich mich ganz weihnachtlich fühlen. Trotz allem Stress und aller Hektik.

Und vielleicht ist gerade das der Weihnachtszauber, dass man auch im vollgepackten Dezember ab und zu inne hält und sich an der Weihnachtsbeleuchtung des Nachbarn erfreut, eine Weihnachtskarte aus dem Postkasten holt oder einfach ein Plätzchen zu seinem Nachmittagskaffee genießt, und einem plötzlich ganz warm ums Herz wird. Dann freu ich mich auch auf Weihnachten.

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Marzipanberge, oder warum Plätzchen glücklich machen

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Achtung, dieser Artikel könnte Spuren von Nüssen äääh Fachbegriffen enthalten! Denn ich bringe euch heute den ultimativen Beweis, warum Plätzchen glücklich machen. Zu irgendwas muss mein Studium ja gut sein.

Also gut aufgepasst, damit ihr den Weihnachts-Grinchs und Plätzchen-Verweigerer da draußen, die euch nach dem dritten Plätzchen schief anschauen und fragen „sicher, dass du noch mehr davon essen willst“, so richtig was erzählen.

Aber der Reihe nach: es geht um das Glückshormon Serotonin, eines der wichtigsten Hormone in unserem Körper. Dieses kann man nicht aufnehmen, sondern wir müssen es im Gehirn selbst produzieren. Und dafür brauchen wir Tryptophan. Tryptophan wiederum ist eine essentielle Aminosäure, das heißt sie ist superwichtig für uns. Leider können wir aber Tryptophan nicht selbst produzieren, sondern müssen es mit der Nahrung aufnehmen.

 

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Und hier kommen die Plätzchen ins Spiel. Stark Tryptophan-haltige Lebensmittel sind nämlich zum Beispiel Eier, Milchprodukte, bestimmte Getreide und Nüsse. Das bedeutet also, wenn wir Weihnachtsplätzchen essen, nehmen wir damit Tryptophan auf, dass wir im Gehirn in Serotonin umwandeln können und somit machen Plätzchen glücklich. Ich finde, nach dieser Beweisführung schmecken die Marzipanberge, die ich gebacken habe, gleich noch besser!

Natürlich enthalten die Kekse dennoch Zucker und man sollte jetzt nicht gleich die ganze Portion Kekse auf einmal esse. Lieber eins nach dem anderen genießen und zwischendurch mal einen Spaziergang machen. Denn (Zusatztipp) Tageslicht hilft auch bei der Serotonin-Produktion!

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Mango Mascarpone Palatschinken

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Das Pfannkuchen Pfannkuchen und nicht Omelette heißen haben wir ja hier letztes Jahr schon festgehalten (siehe hier. Interkulturelles Streitgespräch). Aber jetzt kommen plötzlich die Österreicher dazu und sagen dazu Palatschinken. Schön und gut, aber seitdem meine Mama vor ewigen Jahren einmal einen Palatschinken-Auflauf gemacht hat, sind Palatschinken für mich mit Topfen und Rosinen gefüllte Pfannkuchen, die anschließend Auflauf-mäßig im Ofen gebacken wurden. Wahrscheinlich drehen sich jetzt jedem Österreicher die Fußnägel hoch, aber ihr wisst ja: Kindheitserinnerungen bleiben.

Deswegen gab es neulich bei mir auch keinen Pfannkuchen-Auflauf, erst recht keinen Omelett-Auflauf oder Eierkuchen mit Quarkfüllung. Es gab Palatschinken aus dem Ofen, mit Mango-Mascarpone-Füllung und Honig-Pinienkernen.

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Und es ist vielleicht nicht gerade das fotogenste Essen, aber mit Abstand der feinste Palatschinken-Auflauf, den ich seid langer Zeit hatte. Also, liebe Österreicher, aufgepasst: nörgeln ist erlaubt, aber erst müsst ihr den Auflauf nachmachen und probieren. Vielleicht kann ich euch ja noch überzeugen.

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Für mehr Fika! {Mit original schwedischen Kanelbullar}

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Meine Oma meinte letztes Wochenende, ihr fehle mein Blog. Ich weiß, dass ich das Bloggen im letzen Monat überaus vernachlässigt habe- aber ich war beschäftigt- mit Fika. Das ist schwedisch und bedeutet so viel, wie Kaffeepause. Aber eine schwedische Fika ist nicht nur eine schnelle Tasse Kaffee to go, sondern Lebensgefühl. Regel Nummer 1: Fika geht immer, ob am Vormittag, nach dem Mittagessen, am späten Nachmittag, bei der Arbeit, in der Uni, mit der Familie, dem Bürgermeister oder alleine. Regel Nummer 2: jeder Schwede macht so oft und so ausgiebig Fika, wie möglich. Und das natürlich am allerliebsten mit Kanelbullar- den Zimtschnecken.

Seitdem ich Anfang Januar hier in Schweden mein zweites Auslandssemester verbringe, habe ich mir sicher schon einen Sixpack an Zimtschnecken angefuttert. Ob bei der Einführungsveranstaltung der Uni, nach der Begrüßung der Austauschstudenten durch den Bürgermeister, alleine daheim- eingepackt in zwei Decken und bei Lampenschein, nachdem es anfangs schließlich schon gegen halb vier wieder dunkel und kalt wurde- oder mit neuen Freunden.

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Ich hab mich also schon perfekt integriert in die schwedische Kultur. Ich bin ja sowieso ein Kaffee-Mensch und Zimtschnecken habe ich mittlerweile auch immer parat- einfach die Rohlinge vor dem Backen einfrieren und bei Bedarf für etwa 15 Minuten im Backofen frisch aufbacken. Somit bin ich immer Fika-bereit, zu jeder Tageszeit. Denn Fika geht immer!

Also liebe Oma- hiermit habe ich das Bloggen wieder aufgenommen und du siehst, es geht mir gut. Aber das ist bei so viel Fika ja auch gar nicht anders möglich, nicht wahr?

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Goedemorgen med Pannenkoeken #ikspreektnederlands

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„Ik spreekt Nederlands“; jedenfalls gebe ich mir alle Mühe dabei, mich an meine neue Umgebung zu gewöhnen. Integration nennt sich das, glaube ich. Und anscheinend klappt das auch schon ganz gut, sowohl im Supermarkt werde ich schon fließend auf Niederländisch angeplappert, als auch auf meiner täglichen Laufrunde von entgegenkommenden Joggern oder einer griesgrämigen alten Damen, die sich (glaube ich) lautstark darüber aufgeregt hat, dass ich auf dem „fietspad“ lief.

Ich hätte ja nicht wirklich gedacht, dass ich irgendwann noch einmal fleißig eine moderne Fremdsprache lerne, aber ich mache Fortschritte. Und hast du nicht gesehen, plappere ich in einem Monat auch alle in Lichtgeschwindigkeit auf Niederländisch zu. Naja, ich sollte wohl nicht übertreiben mit meinen Sprachkünsten.

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Aber was ich schon wirklich richtig gut kann, ist Niederländisch essen. Ob Pannenkoeken zum Frühstück oder Kaasbroodjes als Mini-Picknick während ich am Rand einer Gracht sitze, die Beine baumeln lasse und das Amsterdamer-Treiben beobachte. „Dutch Pancakes“ oder „Pannenkoeken“ bekommt man hier übrigens an jeder Ecke, es gibt sogar Lokale, die sich nur darauf spezialisiert haben.

War also klar, was ich am nächsten verregneten Tag, nach langem Ausschlafen, frühstücken würde. Pannenkoeken mit Apfel und Rosinen und viel Karamellsirup. Bei so einem leckeren Spätstück kann man dann auch mal glatt vergessen, dass man ja noch neu hier ist und außerdem war doch schon immer klar, dass Essen die beste Medizin gegen Heimweh ist- ich sag ja nur..

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