Grießbrei mit Rhabarberkompott

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Grießbrei ihhh bäh. Das mag ich nicht. Ich ess doch nichts mit der Konsistenz eines Frosches, der gerade durch den Mixer gedreht wurde. Entschuldigt diesen krassen Vergleich, aber auch wenn ich sonst nicht gerade pingelig bin, mein Essen sollte dann doch bitte nicht die Konsistenz von Schleim aufweisen.

Ich esse gerne was mit Knack, mit Biss, etwas, für das man noch alle Zähne braucht. Ich werde noch früh genug in ein Alter kommen, in dem ich Haferbrei meinem Crunchy Müsli vorziehe, nur damit ich mir meine 5.Zähne nicht verkratze.

Aus diesem Grund habe ich die Haferbrei-Phase des Herrn Ober-Keksverkosters letzten Herbst nicht mitgemacht und sogar abgelehnt, als er mir morgens anbot, Frühstück zu machen.

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Dementsprechend war ich auch nicht sehr begeistert, als er hier in Schweden plötzlich Grieß aufs Kassenband gelegt hat. Grießbrei ist ja noch schlimmer als Haferbrei, noch weniger „knack“. Und dann hat er von diesem Grieß gerade mal 5% verwendet und mir den Rest hier im Schrank stehen lassen. Was soll ich denn damit? Grießbrei ist doch absolut ekelig. Oder auch: Was die Sofie nicht (gut) kennt, das isst sie nicht.

Irgendwie habe ich mich dann aber doch an den Grieß herangewagt. Mit Milch, etwas Zimt und viel Rhabarberkompott habe ich mir dann so eine Portion Schleim auf den Teller geklatscht und vorsichtig einen Löffel probiert. Und ich muss zugeben: das ist gar nicht mal so schlecht. Vollständig überzeugt hat mich die Frühstückspampe noch nicht, aber so ab und an, mit selbstgekochtem Rhabarberkompott, oder im Sommer vielleicht mit Aprikose, das hat Potential.

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Schokotörtchen mit flüssigem Kern. Was lange währt wird endlich fein?

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Vor knapp einem Jahr war ich mit dem Herrn Keksverkoster fein Essen und der Herr hat noch einen Nachtisch bestellt. Ein Schokotörtchen mit flüssigem Kern und Bananeneis. Seitdem schwärmen wir beide von diesem Nachtisch. Und seitdem nehme ich mir gefühlt alle zwei Wochen vor, selbst einmal einen Versuch zu wagen und ein Schokotörtchen mit flüssigem Kern zu kreieren und dem Herrn eine Freude zu machen.

Lange Rede kurzer Sinn. Ich habe es ein ganzes Jahr lang nicht geschafft. Obwohl ich meistens alle Zutaten dagehabt hätte, obwohl ich (fast) immer einen funktionierenden Ofen zur Verfügung hatte und obwohl ich ausreichend Zeit dafür gehabt hätte. Aber hätte hätte Fahradkette- bis letzte Woche habe ich es nicht geschafft.

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Aber, was lange währt wird endlich gut- letzte Woche kam der Herr zu Besuch nach Schweden und da musste ich mir natürlich etwas einfallen lassen, was den Besuch wert macht. Also gab es, nach zwei Jahren Planung, Schokotörtchen mit flüssigem Kern. Version 1 habe ich leider ein bisschen zu lange im Ofen gelassen, aber der Herr Keksverkoster ist Schokotörtchen in jeglicher Form- mit oder ohne flüssigem Kern. Version 2, ein paar Tage später dann, ist jedoch super geworden. Außen gerade so fest, dass ich es aus der Form stürzen konnte und innen flüssige Schokosauce.

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Kladkaka und andere lustige schwedisch Vokabeln

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Über Ostern habe ich ein paar Tage daheim verbracht, mal eine Auszeit von meinem Leben als Dauerreisende genommen. Und mitgebracht habe ich ganz viele lustige Schwedisch-Vokabeln und einen großen Vorrat an Backrezepten. So habe ich mit meiner kleinen Schwester (syster) Kanelbullar, Elchkekse und Kladkaka gebacken (hier an der Stelle bitte über das Wort „kaka“ lachen, das schwedisch für Kuchen ist, ein Kladkaka ist nämlich ein „Klebe-Kuchen“, also ein matschiger Kuchen). Damit haben wir dann „Fika“ gemacht, was übrigens nur die vertauschten Silben von „Ka-fi“, also Kaffeepause, sind. Easy-peasy.

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Darüber haben sich nicht nur meine Mama (mor) und mein Papa (far) gefreut, sondern auch meine „mor-ster“ (Schwedisch für Mamas-Schwester, also meine Tante), meine „mor-mor“ (also Mamas-Mama, meine Oma) und „mor-far“ (Mamas-Papa, mein Opa… ihr seht, wo das hinführt.) Ihr seht also- Schwedisch ist gar nicht so schwer. Das kann man easy-peasy mal in so einem halben Jahr lernen. Jedenfalls soweit, dass man sich in einer Konditorei ein Stück Kladkaka bestellen kann- oder noch besser im Supermarkt alle Zutaten dafür findet und nach dem original schwedischen Rezept backen kann.

Wobei mein persönliches Ziel ja wäre, Pipi Langstrumpf im schwedischen Original zu lesen. Aber das dauert, fürchte ich, dann doch noch ein bisschen. Bis dahin muss ich Pipi Langstrumpf, mit meiner „syster“ zusammen, auf deutsch lesen und dazu schwedische Kladkaka essen.. oder Kanelbullar, oder Elchkekse oderoderoder.

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Mini Semlor mit Lemon Curd Füllung – oder die Sache mit dem Kaffeepausen-Effekt

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Der sogenannte Kaffeepausen-Effekt beschreibt, dass jeder Mensch, möge er auch noch so schlechte Laune haben- oder wie wir Bayern zu sagen pflegen „grantig sein“- mit einer Tasse Kaffee und einem Gebäckstück kommt immer gute Laune auf. Das haben die Schweden schon ganz gut verstanden, wenn sie jeden Tag ihre vormittägliche und nachmittägliche Fika machen- und manchmal zwischendurch noch mehr, denn Fika geht ja bekanntlich immer. So friedliche und gut gelaunte Menschen sind diese Schweden, dass ein Aufschrei durch die Massen geht, wenn Michael in Lönrneberga es wagt, den Kopf in die Suppenschüssel zu stecken. Oder, dass ein Riesen-Trara um ein Mädchen gemacht wird, dass alleine in einem Haus lebt, beziehungsweise mit einem Affen und einem Pferd zusammen (und dass sie dieses Pferd dann auch noch einhändig hochstämmen kann). Also sowas.

Und dann passiert doch noch etwas hier in Schweden. Irgendjemand hatte einen schlechten Tag, war grantig ohnegleichen und ist einfach mit dem nächstbesten LKW in die Fußgängerzone gedüst. Dabei haben die Schweden doch extra große Schilder aufgehängt, die diese Straße als „gågata“ auszeichnen.

Ich bin ja der Meinung, das wir alle noch mehr Fika machen müssen und dass man auch die IS mal zum Kaffee-Klatsch einladen sollte. Da würde sich die Laune gleich schlagartig bessern, denn wer mag schon keinen Kaffee (oder Tee) und ein mini-Selor mit Lemoncurd Füllung?

P.S. Bevor jetzt alle meine Meinung für lachhaft erklären- ein friedlicher Kaffee-Klatsch hilft auf jeden Fall mehr, als sich auf Facebook einen neuen Filter über das Profilbild zu legen und zu sagen „je suis Pippi Langstrumpf“. Ich sags ja nur…

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Yeeeeeas! Ich erläutere dann mal die Karottenkuchen-Saison

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Yes! Hiermit leite ich sie ein- die Karottenkuchen-Saison. Auch bekannt als Osterzeit, also, wenn das Wetter langsam wirklich frühlingshaft schön wird, sodass ich in Cafés ab jetzt nur noch draußen sitzen möchte, jedes Mal beim Einkaufen überlege, ob ich mir nicht doch Blumen kaufen soll (aber sich selbst Blumen schenken ist irgendwie so doof und in der Fernbeziehung ergibt sich dann leider doch nicht so oft die Möglichkeit, dass Blumen schenken sinnvoll wäre) und dass ich am Liebsten meine Sonnenbrille 24/7 aufsetzen möchte.

Und im Moment habe ich ein bisschen Frühling dringend nötig- vor allem, dass es jetzt ein wenig wärmer wird. Denn letzte Woche war ich auf einem Lappland-Trip und habe dort nachts bei -25 Grad gefroren und gefroren und gefroren- trotz 5 Schichten Klamotten und täglichem Saunabesuch (der zwar zwischendurch ab und zu von einem Bad im Eisloch unterbrochen wurde, aber dennoch). Da ist es jetzt doch ein schönes Gefühl, nicht mehr nur in Schneeboots und dicken Socken nach draußen zu gehen und dennoch nach einer halben Stunde noch keine kalten Füße zu haben.

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Und vor allem heißt Frühling auch, dass es hier langsam anfängt zu blühen und die Wiesen und Wälder wieder grüner werden. Dass die letzten grauen Schneematsch-Reste endlich verschwinden, die Straßen vom Streuschütt gesäubert werden und alle Schweden fleißig in ihren Gärten rumwerkeln, um alles für Ostern auf Vordermann zu bringen. Und wenn man so fleißig im Garten (und am rot gestrichenen Holzhäuschen, Kiesgartenweg oder auch gusseisernen Gartenzaun) werkelt, braucht man zwischendurch auch eine Fika.

Ich werkel zwar nicht in meinem schwedischen Schrebergarten, aber habe dennoch ganz fleißig mein Zimmer aufgeräumt und Frühjahrsputz gemacht (der auf 17qm2 dann doch recht schnell geschafft war) und Karottenkuchen gebacken. Somit kann ich nun also auch eine Frühlings-Fika machen, mich mit einem Kaffee und einem großen Stück Karottenkuchen draußen in die Sonne setzen, die Sonnenbrille auf die Nase schieben und das Beste: ich habe nach 30 Minuten immer noch keine kalten Füße.

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