Apfel-Himbeer Strudel zum Frühlingsbeginn

DSC05321

Es ist Frühling. Und auch wenn es hier in Schweden vorletzte Nacht um 3 Uhr morgens noch einmal kurz geschneit hat- es ist Frühling. Denn als ich morgens aufgewacht bin, schien die Sonne es war ganz frühlingshaft: Kaffee-in-der-Sonne, Sonnenbrillen-Wetter, Vögel-Zwitschern und Schneeglöckchen-auf-der-Wiese.

Plötzlich habe ich Lust darauf, meine Strickpullis in die hintere Ecke des Schranks zu räumen, die kurzen Ringelsöckchen heraus zu holen und mich auf die Holzbank vor dem Haus zu setzen, die Sonnenbrille aufzusetzen, die Augen zu schließen und die Nase in die Sonne zu strecken.

DSC05313

Frühling in Schweden heißt jedoch leider nicht 15 Grad und Sonne, wie es gerade daheim sein könnte, sondern 5 Grad und Sonne. Deswegen habe ich die Pullis noch nicht ganz aufgegeben und das Fenster zu meinem Zimmer kann auch leider nicht den ganzen Tag geöffnet bleiben, damit ich beim schwedisch Vokabeln Lernen die Vögel zwitschern hören kann. Aber wenn ich einkaufen gehe, schiebe ich mir dennoch die Sonnenbrille auf die Nase und nachmittags setze ich mich dann mit einer Tasse Kaffee und einem Stück Apfel-Himbeer-Strudel auf die Holzbank vor dem Haus und mache Fika- aber eben mit einer Strickjacke über die Schultern gelegt.

DSC05315

Weiterlesen

Advertisements

Der Zipfel, der Zapfel, der Bratapfel

DSC04774

 

Eine meiner allerliebsten Nachspeisen im Winter ist ganz eindeutig der Bratapfel. Ich mag ihn gern ganz schlicht, mit Marzipan, Aprikosenmarmelade und vielleicht ein paar Cranberries, allerdings gefüllt bis obenhin und serviert mit viel selbst gemachter Vanillesauce. Bratapfel könnte ich im Herbst und Winter täglich essen- ob zum Frühstück, denn Äpfel sind ja auch gesund, zum Nachmittagstee im Licht des Adventskranz, oder als Nachspeise. Da komme ich ganz leicht auf meine „5 (Bratäpfel) am Tag“.

Dementsprechend war ich dann doch etwas enttäuscht, dass diese hier keiner zu kennen scheint. Und das in den Niederlanden, wo alle so Weihnachts-verrückt, hilflos romantisch und kitschig zu sein scheinen, dass ich, als kitschige Weihnachts-Elfe (wie ich neulich liebenswerterweise bezeichnet wurde), gar nicht auffalle.

DSC04778

Ganz gleich ob im Supermarkt, wo es seid September Spekulatius gibt, dem Blumenladen, der seit September damit wirbt, auch an Weihnachten aufzuhaben und seid Oktober seine Weihnachtsdekoration draußen hat, oder dem ganzen Weihnachtsschmuck in der Stadt- hier fällt es einem wirklich nicht schwer, in Vorweihnachtsstimmung zu verfallen. Und so konnte ich es kaum erwarten, endlich Plätzchen zu backen, dabei lautstark Weihnachtslieder zu singen (natürlich nur, wenn meine Mitbewohnerin gerade nicht daheim war) und noch viel ersehnlicher habe ich den Advent abgewartet- um dann letzte Woche zu erfahren, dass die das hier gar nicht feiern. So was aber auch!

Da musste ich mir eben einen Adventskranz selbst zusammenbasteln. Kerzen und Weihnachtsdeko waren ja sehr leicht zu finden. Und so konnte ich dann zum Glück doch gestern Morgen das erste Lichtlein anzünden und nachmittags in Kuschelsocken einen Adventstee machen- natürlich mit Bratapfel.

DSC04779

Weiterlesen

Gefüllte Buchteln mit Apfelkompott und Vanillesauce

DSC04596

Manche Tage verlangen nach warmen Buchteln mit Apfelkompott und Vanillesauce. Manche Tage beginnen damit, dass man nach dem aufwachen aus dem Fenster sieht, den grauen Himmel und manchmal auch ein wenig Regen entdeckt und die Augen wieder zumacht. Ein wenig liegen bleiben, den Träumen hinterher haschen, die Wärme unter der Decke genießen und noch einmal den Wecker auf Snooze stellen. Sich überlegen, wie es wäre, den ganzen Tag im Bett liegen zu bleiben, die Uni ausfallen zu lassen und stattdessen einfach mal wieder gute Bücher zu lesen, in Schlafanzug und dicken Socken durch die Wohnung zu laufen und zwischendurch Tee zu trinken und Kekse zu essen.

Oder eben Buchteln- mit Apfelkompott und Vanillesauce das ultimative „grauer-Himmel-Herbst-Essen“, wie ich finde. Ein absolutes Gemütlichkeit und Glücklichsein erzeugendes Essen.

DSC04583

Nach dem Aufstehen einen Hefeteig ansetzen und diesen ruhen lassen, bis es nach warmer Butter und ein wenig Zucker riecht. Die Äpfel, die schon ein paar braune Stellen haben, waschen und klein schneiden und zu einem Kompott kochen, dass man auch eigentlich so schon verputzen könnte, genauso wie die warme Vanillesauce.

Aber ein wenig Geduld zahlt sich dann doch aus und nach dem nächsten Buchkapitel, oder vielleicht auch zwei, wenn es gerade spannend geworden war, piept der Ofenwecker und die Buchteln sind fertig. Die warmen Buchteln mit Vanillesauce auf einen Teller geben und damit sofort wieder ins Bett hüpfen, denn das Buch wartet schon- es ist gerade ganz spannend- und das Wetter draußen ist immer noch grau.

DSC04592

Weiterlesen

Goedemorgen med Pannenkoeken #ikspreektnederlands

DSC04215

„Ik spreekt Nederlands“; jedenfalls gebe ich mir alle Mühe dabei, mich an meine neue Umgebung zu gewöhnen. Integration nennt sich das, glaube ich. Und anscheinend klappt das auch schon ganz gut, sowohl im Supermarkt werde ich schon fließend auf Niederländisch angeplappert, als auch auf meiner täglichen Laufrunde von entgegenkommenden Joggern oder einer griesgrämigen alten Damen, die sich (glaube ich) lautstark darüber aufgeregt hat, dass ich auf dem „fietspad“ lief.

Ich hätte ja nicht wirklich gedacht, dass ich irgendwann noch einmal fleißig eine moderne Fremdsprache lerne, aber ich mache Fortschritte. Und hast du nicht gesehen, plappere ich in einem Monat auch alle in Lichtgeschwindigkeit auf Niederländisch zu. Naja, ich sollte wohl nicht übertreiben mit meinen Sprachkünsten.

DSC04207

Aber was ich schon wirklich richtig gut kann, ist Niederländisch essen. Ob Pannenkoeken zum Frühstück oder Kaasbroodjes als Mini-Picknick während ich am Rand einer Gracht sitze, die Beine baumeln lasse und das Amsterdamer-Treiben beobachte. „Dutch Pancakes“ oder „Pannenkoeken“ bekommt man hier übrigens an jeder Ecke, es gibt sogar Lokale, die sich nur darauf spezialisiert haben.

War also klar, was ich am nächsten verregneten Tag, nach langem Ausschlafen, frühstücken würde. Pannenkoeken mit Apfel und Rosinen und viel Karamellsirup. Bei so einem leckeren Spätstück kann man dann auch mal glatt vergessen, dass man ja noch neu hier ist und außerdem war doch schon immer klar, dass Essen die beste Medizin gegen Heimweh ist- ich sag ja nur..

DSC04213

Weiterlesen

{sweet life} Apfelkücherl wie von Oma

Dieser Beitrag ist für einen meiner größten „Fans“, meine Oma, die beste Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spielerin, meine liebste Spazieren-Geherin, eine tolle Zuhörerin und die beste Apfelkücherl-Bäckerin.

Zu meinen Grundschulzeiten, also mittlerweile schon über ein Jahrzehnt her, kamen Dienstags immer die Großeltern, immer abwechselnd, um auf uns aufzupassen, wenn Mama ausnahmsweise länger gearbeitet hat. Meine Schwester und ich (damals waren wir noch zu zweit) fanden das prima, es war immer jemand zum Spielen da und leckeres Essen gab es auch noch. Ganz besonders haben wir uns immer auf die Pfannkuchen oder sogar die Apfelkücherl der einen Oma gefreut, die mag sogar der Opa und der verweigert sonst den Großteil an süßem Gebäck (jeder Kuchen unterliegt somit dem sogenannten Opa-Test).

Mittlerweile sehe ich meine Großeltern leider nicht mehr so oft, aber ich freue mich immer riesig, wenn Oma wieder als Erste den neuen Blogbeitrag kommentiert. Denn wenn jemand etwas vom Backen versteht, dann ja wohl meine Oma.

Wenn ich meine Großeltern also das nächste Mal sehe, sie mich vielleicht im Sommer mal wieder in Tübingen besuchen, werde ich wohl Apfelkücherl backen müssen, mal sehen, ob sie von Oma für positiv bewertet werden und den Opa-Test bestehen. Wobei wenn mich nicht alles täuscht, isst sogar mein Opa mittlerweile ab und zu ein Stückchen Kuchen (aber nur wenn Oma, Mama oder Ich gebacken haben).

Weiterlesen