Aprikosen Butterkuchen und der Streit um den Hefeteigboden

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Es ist Mitte September und auch in Bayern sind die Sommerferien zu Ende gegangen- das kann nur eines heißen: es gibt wieder Weihnachtsgebäck im Supermarkt. Und sie hat offiziell begonnen- die Zwetschgenzeit. Jaja, ich weiß, ich weiß- ich erzähl hier etwas von Weihnachtsgebäck und Zwetschgenzeit und präsentiere euch doch einen Aprikosenkuchen. Aber das hängt für mich alles zusammen, ich muss nur ein wenig weiter ausholen.

Soweit ich zurück denken kann, gab es in meiner Familie immer zwei Themen auf der Heimfahrt aus dem Sommerurlaub- oder eher gesagt ein Thema: Mamas Überfall auf den heimischen Supermarkt um unseren zwei Wochen lang vernachlässigten Kühlschrank wieder aufzufüllen. Und jedes Mal wurde auch darüber diskutiert, ob wohl die Schokonikoläuse schon wieder in der Verkaufsauslage lägen.

Ach und natürlich Mamas bester Zwetschgendatschi, den mein Papi sich immer gewünscht hat, sozusagen als Belohnung für das Autoausladen und -putzen (und um anschließend am ersten Arbeitstag die Überreste des Kuchens mit ins Büro zu nehmen und so dem Urlaub nicht ganz so sehr hinterher trauern zu müssen).

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Und so begannen wir ungefähr auf Höhe des Brenners immer mit der gleichen Diskussion: Zwetschgendatschi mit Mürbeteig oder mit Hefeteig? Trotz der ungeraden Anzahl an möglichen Stimmen, haben wir uns doch nie wirklich einigen können. (Auch wenn ich wohl zugeben muss, dass mein Papa und ich, die Hefeteig-Fraktion, uns relativ häufig durchgesetzt haben.)

Wenn wir dann daheim waren, hat Papa das Auto ausgeladen und Mama ist einkaufen gefahren. Wie sie es geschafft hat, gleichzeitig die erste Ladung Wäsche zu waschen, der ganzen Familie Bescheid zu geben, dass wir jetzt wieder daheim wären und es uns allen, trotz des Staus hinter dem Brenner, gut ginge, sowie den Weltbesten Zwetschgendatschi mit Hefeteigboden zu backen, das habe ich bisher noch nicht heraus gefunden- muss wohl eine der Mama-Zauberkräfte sein.

Jedenfalls saßen wir dann am Spätnachmittag draußen, genossen die letzten Sommer-Sonnenstrahlen und warteten auf die Küchenuhr- damit Mama mit dem ofenwarmen Zwetschgendatschi kam, sich hinsetzte und meinte „ach ja übrigens- im Supermarkt gibt es schon die ersten Schokonikoläuse“.

 

Anmerkung der Autorin: dieses Jahr habe ich den familiären Sommerurlaub leider verpasst, ich hoffe aber, dass es letzte Woche trotzdem Zwetschgendatschi gab und habe, in einem kurzen Moment des Heimwehs, einen Hefeteig angesetzt und weil es im Laden keine Zwetschgen gab eben einen Aprikosendatschi gebacken (fast genauso gut).

Und übrigens- auch in den Niederlanden liegen schon die Weihnachtsgebäcke in der Auslage.

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{sweet life} Brioche mit Lieblingsmarmelade. die Sache mit dem Lieblingsessen

Ich muss gestehen, ich weiß nicht wirklich, dass ich im Moment in die Kategorie „Lieblingsessen“ eintragen würde, müsste ich einen Freundschaftsbuch-Eintrag oder auch nur einen Wir-stellen-vor-Steckbrief ausfüllen. Früher war mein absolutes Lieblingsessen Spagetti Carbonara, dann gab es eine Spätzle-mit-Pilzen-und-Schweinebraten-Phase und mittlerweile? Ein heißer Favorit ist Kürbissuppe, aber natürlich nur im Herbst und Winter.

Ziemlich fantastisch finde ich auch noch Risotto und wenn der Lieblingsmensch Carbonara kocht, überlege ich doppelt und dreifach, ob ich nicht doch noch eine Portion schaffe.

 

Neben den ganzen feinen Sachen, die ich euch jetzt aufzählen könnte, möchte ich an dieser Stelle allerdings mal einen Trommelwirbel für ein Butterbrot. Ein frisches Bauernbrot mit Butter, eventuell etwas grobes Salz oder Käse, zum Frühstück natürlich mit Lieblingsmarmelade (alias selbstgekochte Erdbeermarmelade). Oder Bananenbrot, eine Butterbreze, oder noch ofenwarmes, weiches Brioche.

Aber mal ganz ehrlich, dass würde keiner ins Freundesbuch schreiben. Wessen Lieblingsessen ist schon das Butterbrot? Also würde ich statt >Brioche mit Lieblingsmarmelade< wahrscheinlich doch wieder Kürbissuppe oder Risotto hinschreiben. Zum Glück passiert mir das ja derzeit nicht so oft, dass mir jemand sein Pferde-Freundschaftsbuch für einen Eintrag gibt- ich hätte auch gar nicht den richtigen Glitzerstift dafür..

 

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{sweet life} Hefezopf mit Rosinen. das Frau Holle dreht durch und ich auch

Ich dreh durch, beziehungsweise im Moment dreht ja vor allem das Wetter durch. Am Montag allerschönstes Frühlingswetter, gestern Schnee und heute eiskalt aber Sonnenschein. Ich glaube langsam, Frau Holle hat eine Persönlichkeitsstörung entwickelt: an Tagen, die mit M beginnen, soll die Sonne scheinen, an Tagen, die mit F beginnen schneit es und an den anderen Tagen grau in grau.

Liebe Frau Holle, wenn du etwas auf dem Herzen hast, habe ich jederzeit ein Tässchen Kaffee für dich übrig und dazu eine Scheibe Hefezopf mit Lemon Curd. Dann reden wir über alles und danach ist deine Laune wieder 3-Tage-Sonnenschein. Aber so kann das ja nicht weitergehen.

So dreh ich ja auch vollkommen durch. An Tagen mit M habe ich wunderbare Sonnensofie-Strahle-Laune und an Tagen mit D fallen mir alle Gegenstände auf den Boden, ich bin nah am Wasser gebaut oder streite mich mit irgendjemandem. Aber so kann das nicht weitergehen, das steht ja keiner durch.

Darum jetzt erst einmal Stop, eine Pause einlegen und tief durchatmen. Dann ein 3-Tage-Sonnenschein-Grinsen aufsetzen und weiter gehts. Und selbst wenn Frau Holle weiterhin Regen auf Sonne auf Schnee folgen lässt, dann schenke ich mir eben selber ein paar Blumen, koche eine Kanne Tee, und backe einen Hefezopf (aber bitte mit Rosinen!). Da kommt die Sonnensofie-Strahle-Laune ganz von allein. Großes-Sofie-Ehrenwort.

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{sweet life} Honig Zimt Mandarinen Wecken und Kuscheldecken-Krimi-Tage

Ich bin ja eigentlich ein Herbstkind. Aber der Winter ist auch ne ziemlich feine Sache. Man kann ohne Ausrede den ganzen Tag im Bett bleiben (wenn man die Zeit dazu hat), dicke Stricksocken an den Füßen, Kuschelpullis und Handstulpen an. Dazu eine große Tasse Tee und einen guten Krimi und ich wäre tagelang verschwunden. Zu Schulzeiten sahen meine Herbstferien ungefähr genau so aus: ich habe alle Kissen auf einen Haufen gelegt, mich mit dem 5. Harry Potter unter die Kuscheldecke verzogen und das Buch an zwei Tagen ausgelesen.

So Kuscheldecken-Krimi-Tage sind natürlich uuuunheimlich anstrengend, allein die ganze Fantasie-Leistung, mir Geschichten vorzustellen und dazu selber Ideen für mindestens zwanzig dicke Bücher zu sammeln, die ich dann doch nie schreiben werde. Da kommt eine Tee-Pause gerade recht, am Besten mit einem süßen Teilchen dazu. Wobei man diese Honig-Mandarinen-Zimt-Wecken – übrigens die einzige Ausnahme, bei der ich nicht auf den Begriff „Semmel“ poche – auch prima zum Frühstück verputzen kann; Auch am Tag drauf noch, einfach 5 Minuten im Ofen anwärmen und mit Quark und Honig oder selbst gekochter Marmelade aus dem Sommer.

Aber genug geredet – ich habe heute nämlich glatt mal wieder Zeit, mich mit einem guten Buch unter der Kuscheldecke zu verstecken und genau das mache ich jetzt auch.

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{sweet life} Aprikosenstreuselkuchen und die SFAW: die Selbsternannten-Fußball-Alles-Wisser

Hat der Schiri Aprikosen auf den Augen? Und Streusel in den Ohren? Warum pfeift er denn nicht – FOUL! Korruptionsvorwurf der SFAW – der Selbsternannten-Fußball-Alles-Wisser: das Schiedsrichtergespann muss wohl vom gegnerischen Team mit Aprikosenstreuselkuchen bestochen worden sein.

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Soll ja Leute geben, die Schiedsrichter immer für den Ausgang des Spiels verantwortlich machen. Dagegen möchte ich protestieren: Schiedsrichter sind auch nur Menschen – auch sie dürfen so viel Aprikosenstreuselkuchen esse wie sie wollen! Und jeder SFAW, gilt übrigens auch für alle Trainer, Spieler und Andere, der zu Unrecht einen Schiedsrichter beschuldigt sollte 4 Monate Fußballverbot und eine Sperre von 9 Spielen erhalten – wie Mister „Weißer Hai“ (alias Luiz Suarez). Als Erklärungsversuch soll der vorgebracht haben, die Schulter des Italieners mit einem Stück Aprikosenstreuselkuchen verwechselt zu haben. Oder hat mir da jemand einen Bären aufgebunden?

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Wie dem auch sei, mein eigenes Schiedsrichterwissen konzentriert sich ja auf eine andere Sportart und somit fange ich gar nicht erst an, auf anderen Tellern eine Gabel Kuchen zu essen. Nene mein Stück Kuchen möcht ich mir nicht wegnehmen lassen, nur weil ich mich zur SFAW bekenne.

Deswegen sitze ich beim Fußballgucken auch ganz brav da und beschwere mich nicht andauernd über Spieler und Schiedsrichter. (Außer über ihre Frisuren..) Weil: man kann auch ruhig Fußball gucken – auch wenn mein Papa sagt, ich wär einfach nur müde gewesen – pff. Der hat ja keine Ahnung. Auch nicht vom Rezept des Aprikosenstreuselkuchens – aber ihr schon, jedenfalls gleich:

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