Semlor-Torte mit Blaubeeren. Neues von der Schweden-Front

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Hej hej und willkommen zur nächsten Schwedisch Lektion. Heute geht es um Semla oder im Plural Semlor- klein aber oho. Semlor sind sozusagen die schwedische Version der deutschen Krapfen: gefüllte Hefeteigkugeln, die irgendwann nach Jahresanfang in den Bäckerei-Auslagen auftauchen. Jedoch werden Semlor, nicht wie die Krapfen zur Faschingszeit, vom sogenannten Fattistisdag (in anderen Ländern als Pancake Tuesday oder Fat Tuesday)- unserem Faschingsdienstag- bis Ostern gegessen. Okay, genug der Theorie.

Jedenfalls hatte ich schon ganz viel von diesem geheimnisvollen, so verlockend klingenden Gebäck gehört, bis ein Mitbewohner irgendwann mal eine Packung Nutella-Semlor anschleppte. Allerdings waren die leider schon ein paar Tage zu lange herumgestanden und der Hefeteig dementsprechend trocken geworden. Deswegen ist mein erster Semlor-Taste-Test etwas enttäuschend verlaufen.

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Trotzdem war klar, dass ich sehr bald noch einen neuen Versuch starten musste. Endlich dann, war ich vor etwas mehr als einer Woche bei einer Freundin in Stockholm zu Besuch und lies mich von ihr zu den besten Semlor Stockholms führen; Und seitdem bin ich hoffnungslos verloren. Diese kleinen Hefeteig-„Semmeln“ sind wirklich so gut, wie der Ruf, der ihnen vorweg eilt. Sie sind gefüllt mit einer Art Marzipanmasse und Sahne und so weich und fluffig, dass ich direkt den ersten Backversuch starten musste, als ich wieder daheim war.

Allerdings eine Semlor-Torte, das heißt die große Schwester-Version, und mit einer zusätzlichen Heidelbeer-Schicht um noch eine fruchtige Komponente hineinzubringen und einen Kontrast zur Sahneschicht zu schaffen.

Also habe ich einen Hefeteig zurbereitet, gehen lassen, in die Springform gesetzt und in den Ofen geschoben. Jedoch ist unser Ofen gerade neu und funktioniert anscheinend etwas zu gut, denn die erste Runde ist mir total verbrannt. Kohlrabenschwarz auf allen Seiten- da blieb nur noch wegschmeißen und einen neuen Versuch starten übrig. Der zweite Versuch ist dann zum Glück gelungen und ich bin immer noch ein wenig begeistert.

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Ge­vul­de koe­ken für das Christkind; Türchen Nr°24

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Endlich, endlich ist es soweit. Es ist der 24. Dezember und soeben wurde das letzte Türchen vom Adventskalender geöffnet, das letzte Stückchen Schokolade daraus verputzt, das letzte Kapitel des Buches gelesen oder das letzte Bildchen angesehen. Keinmal schlafen mehr und schon heute Abend werden die vielen Lichtlein am Weihnachtsbaum leuchten, Papa wird die Weihnachts-Dudel-Musik anmachen und sobald das Christkind leise mit der Klingel läutet, dürfen wir ins Weihnachtszimmer. So eine Aufregung!

Aber stopp- Weihnachtsbaum? Da war noch was. Wer schmückt den denn überhaupt? Bei uns macht das seit Jahren das Christkind. Wenn es die Geschenke bringt, schmückt es auch gleich den Baum bei uns. Mama stellt davor die Kugeln und den Schmuck bereit und weil das alles so viel Arbeit ist, bekommt das Christkind auch noch einen Teller mit unseren Plätzchen hingestellt- falls zwischendurch mal eine Stärkung notwendig ist.

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Ich frage mich, ob das die Niederländer hier genauso machen. Weihnachtsbäume habe ich hier ja schon viele gesehen und die müssen ja auch alle geschmückt werden. Das ist ganz schön viel Arbeit und das in so kurzer Zeit. Denn auch wenn ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin und Weihnachten immer kaum erwarten kann, kommt es dann doch immer schneller als gedacht. Und es muss noch so viel erledigt werden- dem Christkind mit den letzten Geschenken helfen, das Haus putzen, den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer aufstellen und die Kugeln für das Christkind bereitstellen und das Essen für die Weihnachtstage vorbereiten.

Da kann man dann auch schon mal eine kleine Pause gebrauchen. Und egal, ob ihr diese „gevulden Koken“ jetzt für das Christkind oder für euch selbst, backt- sie versetzen einen von jetzt auf gleich in eine sehr weihnachtliche Stimmung. Deswegen konnte ich es auch nicht abwarten, endlich diesen Beitrag zu veröffentlichen und habe schon mal abgebissen- fröhliche Weihnachten und ein Fest voller Freude, Lachen, Glitzer, gutem Essen und vielleicht auch ein wenig Schnee!

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Der Zipfel, der Zapfel, der Bratapfel

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Eine meiner allerliebsten Nachspeisen im Winter ist ganz eindeutig der Bratapfel. Ich mag ihn gern ganz schlicht, mit Marzipan, Aprikosenmarmelade und vielleicht ein paar Cranberries, allerdings gefüllt bis obenhin und serviert mit viel selbst gemachter Vanillesauce. Bratapfel könnte ich im Herbst und Winter täglich essen- ob zum Frühstück, denn Äpfel sind ja auch gesund, zum Nachmittagstee im Licht des Adventskranz, oder als Nachspeise. Da komme ich ganz leicht auf meine „5 (Bratäpfel) am Tag“.

Dementsprechend war ich dann doch etwas enttäuscht, dass diese hier keiner zu kennen scheint. Und das in den Niederlanden, wo alle so Weihnachts-verrückt, hilflos romantisch und kitschig zu sein scheinen, dass ich, als kitschige Weihnachts-Elfe (wie ich neulich liebenswerterweise bezeichnet wurde), gar nicht auffalle.

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Ganz gleich ob im Supermarkt, wo es seid September Spekulatius gibt, dem Blumenladen, der seit September damit wirbt, auch an Weihnachten aufzuhaben und seid Oktober seine Weihnachtsdekoration draußen hat, oder dem ganzen Weihnachtsschmuck in der Stadt- hier fällt es einem wirklich nicht schwer, in Vorweihnachtsstimmung zu verfallen. Und so konnte ich es kaum erwarten, endlich Plätzchen zu backen, dabei lautstark Weihnachtslieder zu singen (natürlich nur, wenn meine Mitbewohnerin gerade nicht daheim war) und noch viel ersehnlicher habe ich den Advent abgewartet- um dann letzte Woche zu erfahren, dass die das hier gar nicht feiern. So was aber auch!

Da musste ich mir eben einen Adventskranz selbst zusammenbasteln. Kerzen und Weihnachtsdeko waren ja sehr leicht zu finden. Und so konnte ich dann zum Glück doch gestern Morgen das erste Lichtlein anzünden und nachmittags in Kuschelsocken einen Adventstee machen- natürlich mit Bratapfel.

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{sweet life} Weihnachtsschlaf und Frühstück mit Marzipan Scones

Hallo Alltag, hallo Normalität, hallo Studentenleben. Nach einer etwas längeren Pause, die ich mit viel Lesen, Plätzchen essen und Schlafen verbracht habe – sozusagen ein Weihnachtsschlaf, denn für Winterschlaf fehlt bisher einfach noch der Schnee – bin ich wieder da; Wieder aufgewacht, wenn man es so sagen möchte.

Ich glaube, ich wäre gern so ein Braunbär, der in den kalten Monaten einfach in seine warme Höhle verschwindet, sich unter Moos und anderem Grünzeug einkuschelt und so lange schläft, bis er das Gefühl hat, genug Kraft gesammelt zu haben um Bäume auszureißen (naja, vielleicht reichen auch Gänseblümchen… oder Gras). Ein Bär, der mit den ersten Sonnenstrahlen des Frühlings grummelnd aufwacht, die Nase an die Luft streckt und anschließend erst einmal gemütlich frühstückt. Mit Honigbrot, oder ein Glas Erdnussbutter – darauf stehen Braunbären, wie ich seit dem letzten Sommer in Kanada weiß.

Also nicht, dass ich den Winter nicht mag. Nein, im Gegenteil, ich hab ja schon oft erwähnt, wie gerne ich Schnee hätte, damit ich endlich eine Schneeballschlacht machen kann und zwar so lange, bis meine Zehen kalt und die Nasenspitze rot ist. Aber so einen Winterschlaf stelle ich mir einfach unglaublich gemütlich und kuschelig vor, einfach mal eine lange Zeit seeeehr faul sein.

Tja. Ich bin aber kein Braubär, sondern Studentin, und der Alltag mitsamt der Klausuremphase hat mich relativ unsanft aus meinem Weihnachtsschlaf gerissen. Team Kaffee ist wieder aktiv.

Doch bevor ich mich jetzt wieder in den Alltag stürze wird erst einmal gefrühstückt. Honigbrot und Erdnussbutter mag ich zwar auch sehr gerne, aber heute gibt es Marzipan Scones. Danach hat man das Gefühl, so viel Kraft zu haben, um Bäume auszureißen (oder eben Gänseblümchen).

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{sweet life} Zipfel-Zapfel-Bratapfel gegen die Dezember-Unistress-Krise

Im Dezember sind die Tage einfach viel zu kurz für alles, was man machen möchte, viel zu dunkel um nicht in Kerzen-Kuschel-Stimmung zu verfallen und viel zu kalt. Und viel zu dunkel um schöne Fotos zu machen, beziehungsweise da ich gerne mit Tageslicht fotografiere habe ich sowieso nur ein kleines Zeitfenster in dem das klappt und da habe ich meist Uni.

Sowieso müsste ich gerade viel zu viel erledigen dafür, dass mich der Dezember mit seinen kurzen Tagen einfach um die Hälfte der Zeit beraubt- hinterhältig ist das! Morgens bei Dunkelheit aufstehen, in die Uni gehen und wenn man zurück kommt, ist es schon wieder am duster werden oder man muss sowieso lernen.

Und man kann auch nicht einfach nichts tun, sich nach der Uni eine Stunde ins Bett kuscheln und schlafen, nachmittags Tee trinken und Zipfel-Zapfel-Bratäpfel aus dem Ofenrohr essen – die mag ich übrigens am liebsten ganz ohne irgendwas. ohne Vanillesauce. nur mit Marzipan und Cranberries und vielleicht etwas Aprikosenmarmelade, aber das ist schon alles, was ich für mein Zipfel-Zapfel-Bratapfel-Glück brauche – weil anschließend ist es einfach 17 Uhr und der Tag fast vorbei. Ich krieg die Krise, die Uni-Dezember-Stress-Krise.

Noch eineinhalb Wochen bis zu den Weihnachtsferien, eineinhalb Wochen Uni. Eineinhalb Wochen unterbelichtete Fotos, weil ich dafür echt keine Zeit mehr über habe, eineinhalb Wochen bis ich nicht mehr um jede Minute Zeit kämpfen muss. Das sollte doch zu schaffen sein? Im Notfall mit täglichem Zipfel-Zapfel-Bratapfel.

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