Marzipanberge, oder warum Plätzchen glücklich machen

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Achtung, dieser Artikel könnte Spuren von Nüssen äääh Fachbegriffen enthalten! Denn ich bringe euch heute den ultimativen Beweis, warum Plätzchen glücklich machen. Zu irgendwas muss mein Studium ja gut sein.

Also gut aufgepasst, damit ihr den Weihnachts-Grinchs und Plätzchen-Verweigerer da draußen, die euch nach dem dritten Plätzchen schief anschauen und fragen „sicher, dass du noch mehr davon essen willst“, so richtig was erzählen.

Aber der Reihe nach: es geht um das Glückshormon Serotonin, eines der wichtigsten Hormone in unserem Körper. Dieses kann man nicht aufnehmen, sondern wir müssen es im Gehirn selbst produzieren. Und dafür brauchen wir Tryptophan. Tryptophan wiederum ist eine essentielle Aminosäure, das heißt sie ist superwichtig für uns. Leider können wir aber Tryptophan nicht selbst produzieren, sondern müssen es mit der Nahrung aufnehmen.

 

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Und hier kommen die Plätzchen ins Spiel. Stark Tryptophan-haltige Lebensmittel sind nämlich zum Beispiel Eier, Milchprodukte, bestimmte Getreide und Nüsse. Das bedeutet also, wenn wir Weihnachtsplätzchen essen, nehmen wir damit Tryptophan auf, dass wir im Gehirn in Serotonin umwandeln können und somit machen Plätzchen glücklich. Ich finde, nach dieser Beweisführung schmecken die Marzipanberge, die ich gebacken habe, gleich noch besser!

Natürlich enthalten die Kekse dennoch Zucker und man sollte jetzt nicht gleich die ganze Portion Kekse auf einmal esse. Lieber eins nach dem anderen genießen und zwischendurch mal einen Spaziergang machen. Denn (Zusatztipp) Tageslicht hilft auch bei der Serotonin-Produktion!

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Ge­vul­de koe­ken für das Christkind; Türchen Nr°24

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Endlich, endlich ist es soweit. Es ist der 24. Dezember und soeben wurde das letzte Türchen vom Adventskalender geöffnet, das letzte Stückchen Schokolade daraus verputzt, das letzte Kapitel des Buches gelesen oder das letzte Bildchen angesehen. Keinmal schlafen mehr und schon heute Abend werden die vielen Lichtlein am Weihnachtsbaum leuchten, Papa wird die Weihnachts-Dudel-Musik anmachen und sobald das Christkind leise mit der Klingel läutet, dürfen wir ins Weihnachtszimmer. So eine Aufregung!

Aber stopp- Weihnachtsbaum? Da war noch was. Wer schmückt den denn überhaupt? Bei uns macht das seit Jahren das Christkind. Wenn es die Geschenke bringt, schmückt es auch gleich den Baum bei uns. Mama stellt davor die Kugeln und den Schmuck bereit und weil das alles so viel Arbeit ist, bekommt das Christkind auch noch einen Teller mit unseren Plätzchen hingestellt- falls zwischendurch mal eine Stärkung notwendig ist.

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Ich frage mich, ob das die Niederländer hier genauso machen. Weihnachtsbäume habe ich hier ja schon viele gesehen und die müssen ja auch alle geschmückt werden. Das ist ganz schön viel Arbeit und das in so kurzer Zeit. Denn auch wenn ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin und Weihnachten immer kaum erwarten kann, kommt es dann doch immer schneller als gedacht. Und es muss noch so viel erledigt werden- dem Christkind mit den letzten Geschenken helfen, das Haus putzen, den Weihnachtsbaum im Wohnzimmer aufstellen und die Kugeln für das Christkind bereitstellen und das Essen für die Weihnachtstage vorbereiten.

Da kann man dann auch schon mal eine kleine Pause gebrauchen. Und egal, ob ihr diese „gevulden Koken“ jetzt für das Christkind oder für euch selbst, backt- sie versetzen einen von jetzt auf gleich in eine sehr weihnachtliche Stimmung. Deswegen konnte ich es auch nicht abwarten, endlich diesen Beitrag zu veröffentlichen und habe schon mal abgebissen- fröhliche Weihnachten und ein Fest voller Freude, Lachen, Glitzer, gutem Essen und vielleicht auch ein wenig Schnee!

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Stollen ohne alles oder wer hat denn all die Plätzchen aufgegessen?

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Stellt euch vor, es sind noch 5 Tage bis Weihnachten. Beziehungsweise genauer gesagt 4, denn am 24. selbst steht sowieso das ganze Haus Kopf. Jedenfalls, es ist nicht mehr lang hin und plötzlich, plötzlich sind alle Plätzchen-Vorräte leer. Was ein Schreck- denn dabei hat sich für Weihnachten die ganze Großfamilie angekündigt und schon Papa und die kleinste Schwester verputzen gut und gerne einen ganzen Plätzchenteller zusammen. (In der Weihnachtszeit darf man das aber ausnahmsweise- das war kein Geschimpfe)

Es muss also nachgebacken werden. Und zwar nicht zu kompliziert und aufwendig, denn eigentlich müsste ja noch so viel erledigt werden: die letzen Geschenke besorgen, alles einpacken, Karten schreiben, Großputz machen, Zimmer aufräumen und eigentlich wollte man ja auch noch einen oder zwei Abende in Ruhe mit einem Glas Glühwein auf der Couch verbringen und die Füße hochlegen. Aber was solls- es muss gebacken werden. Also gibt es Stollen und zwar ganz ohne Hefe und Quark und was weiß ich noch alles. Und bevor jetzt die Proteste laut werden- der Stollen ohne alles, der kann echt was.

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Natürlich ist mir das jetzt nicht so passiert. Erstens, weil meine Mitbewohnerin hier im Ausland immer noch Veganerin ist und deswegen meine Butterplätzchen und Eierkuchen leider nicht essen möchte, zweitens, weil ich wie gesagt noch im Ausland bin und mich eher weniger damit beschäftige, wie viele Plätzchen es an Weihnachten gibt, sondern noch zwei Klausuren schreiben muss und dann hier meine Zelte abbreche- und damit eindeutig genug zu tun habe- und drittens, weil ich weiß, dass Mama (mit Hilfe meiner Schwestern) wahrscheinlich wieder stapelweise Plätzchen gebacken hat und wir noch bis Mitte Januar glücklich Krümmelreste verputzen werden.

Den Stollen ohne alles habe ich trotzdem gebacken. Ich hatte nämlich Lust auf Stollen, aber die Niederländer haben davon leider nicht so viel Ahnung und ich hatte am Sonntagmorgen leider weder Hefe, noch Quark im Haus. Und warten ist sowieso nicht so mein Ding, deswegen wollte ich den Stollen auch am selben Tag noch probieren, anstatt drei Wochen zu warten. (Und der Form halber werde ich auch weiterhin von Stollen sprechen- nicht das wieder Proteste laut werden- ich weiß, was einen originalen Stollen ausmacht und das hier ist sicher keiner.)

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Der Nachthimmel schmeckt nach Orange und Kokos.. vielleicht

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Sterne haben mich schon immer fasziniert. Es liegt vielleicht daran, dass ich ein Stadtkind bin und man in München bei Nacht fast keine Sterne sieht, aufgrund des ganzen Streulicht. Aber mein Bett daheim steht unter einem Dachschrägenfenster und trotz der Großstadtlichter versuche ich jeden Abend die Sterne am Himmel zu entdecken. Manchmal schlafe ich dabei auch bei offenem Rollo ein.

So habe ich in Tübingen gar nicht oft genug den Kopf in den Nacken legen können und die Sterne über den Feldern beobachten können, wenn ich nachts spät nach Hause gekommen bin, oder wir im Sommer auf das Dach unseres Hauses geklettert sind.

Und auch hier in Amsterdam kann ich, wenn ich auf meinem Balkon stehe und den Kopf zurücklege, die Sterne sehen. Jedenfalls, wenn der Himmel wolkenfrei ist. Dann kann ich sogar den großen Wagen erkennen.

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Denn die einzigen Sternbilder die ich kenne, sind der große und der kleine Wagen und Cassiopeia. Die hatte ich nämlich früher als Leuchtsterne über meinem Bett kleben. Vielleicht ist das der Grund, warum ich heute daheim immer die Sterne am Himmel suche- weil früher die Leuchtsterne direkt über mir waren, wenn ich einschlafen wollte.

Naja, jedenfalls wollte ich Weihnachtsplätzchen backen und habe diese tollen silbernen glitzernden Sterne gefunden und habe entschieden, dass ich unbedingt die Sterne vom Himmel backen muss. Aber wie schmecken die Sterne und wie riecht es im Himmel? Ich habe beschlossen, dass der Nachthimmel nach Orange schmeckt und im Winter ein wenig nach Kokosflocken. Die Kokosflocken natürlich wegen dem Schnee, der hoffentlich irgendwann kommt.. darauf warte ich auch schon ganz sehnsüchtig. Und wenn ich über Weihnachten daheim bin, werde ich jeden Abend bei geöffnetem Rollo einschlafen und versuchen die Sterne zu sehen- und hoffentlich morgens aufwachen und sehen, dass mein Fenster eingeschneit ist.

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{sweet life} Schokokekse mit Nonpareilles

Ich habe früher an einem Sommer-Zirkusprogramm für Kinder teilgenommen, dabei konnte man im Sommer eine Woche lang Zirkus-Artist spielen, mit einer echten Aufführung in einem gefühlt riesigen Zirkuszelt zum Abschluss. Zudem durften wir im Winter die Show noch einmal aufführen – im Haus des Circus Krone in München.

Mitten in der Manege stehend, mit einem tollen Kostüm an, voller Glitzerpailetten, und alle Zuschauer klatschen. Das ist schon ein gigantisches Gefühl für so eine kleine Alibi-Artistin wie mich.

Für eine Aufführung hatten wir auch ein wirklich ganz tolles Kostüm, beziehungsweise hatte meine Mama mir ein tolles blaues Haarband mit ganz vielen Pailletten bestickt. Jede Paillette für einen Wunsch, das habe ich mir jedenfalls damals so gedacht (wie ich da drauf gekommen bin, weiß ich allerdings nicht mehr). Allerdings hatte ich in diesem Moment, mitten in der Manege nur einen Wunsch: nicht vom Einrad zu fallen oder die Choreografie zu vergessen.

Wie ich jetzt von Pailletten auf Nonpareille gekommen bin, ist mir auch nicht so klar. Allerdings hab ich diese Kekse gesehen und musste an den Zirkus denken und an ganz viele kleine oder auch große Wünsche. Wünsche, die ich am Anfang des Jahres hatte, Wünsche die ich im Laufe des Jahres erfüllt habe und Wünsche, die ich aufgeben musste.

Aber auch an Wünsche, die ich im Moment habe. Damit meine ich jetzt nichts materielles, sondern eher Zeit. Zeit, die ich mit Menschen verbringen kann, die mir wichtig sind, Zeit die ich nicht verschwende, sondern in der ich etwas erlebe, aber auch Zeit, die ich absichtlich mal mit nichts-tun fülle. So schwer mit letzteres auch fällt, weil mir dann doch recht schnell langweilig wird, aber manchmal muss man eben auch Zirkus-Zuschauer sein und nicht immer nur Zirkus-Artist.

Außerdem kann man als Zuschauer problemlos nebenher Kekse essen, ohne dabei die Choreographie zu verpatzen..

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